"Kulturpreis Europa 2006"
Generalleutnant Jertz auf Vorschlag der Realschule Bretzelnweg geehrt

Generalleutnant Walter Jertz bei seiner Dankesrede
(Quelle: Presseinformationszentrum der Luftwaffe)

 
Erstmals erhielt ein Bundeswehrsoldat den Sonderpreis des „KulturPreis Europa“. Vorgeschlagen haben Generalleutnant Walter Jertz die Schüler der Realschule Bretzelnweg in Düren.

Staatsminister a.D. Jochen Riebel überreichte den Sonderpreis an Generalleutnant Walter Jertz (Quelle Luftwaffe)"Wir freuen uns, dass Sie, Herr Jertz, der Preisträger sind und dass wir ein wenig dazu beitragen konnten." Mit diesen rührenden Worten beendeten Marcia Tischer und Sebastian Römer ihre Laudatio auf den Befehlshaber des Luftwaffenführungskommando, Generalleutnant Walter Jertz. Die beiden Achtklässler gehören zum bilingualen Zweig der Realschule Bretzelnweg in Düren, die den Bundeswehrsoldaten für den bedeutenden Preis vorschlugen, ein Novum in der Geschichte des Kulturvereins. Jertz erhielt diesen Preis am 21. Mai, im Rahmen eines Festaktes, unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt Düren, Paul Larue, auf Schloss Burgau in Düren-Niederau. Übergeben wurde der undotierte Preis von Staatsminister a.D. Jochen Riebel, dem Hessischen Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigten des Landes Hessen beim Bund. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz überbrachte ein Grußwort des Verteidigungsministers Dr. Franz Josef Jung.


Hilfe an vielen "Fronten"

Jertz hat sich schon immer für Menschen, insbesondere Kinder in Not eingesetzt. Von 1996 bis 2000 war Generalleutnant Jertz verantwortlich für den Verein "Deutsche Thalassämie" e.V., der sich ehrenamtlich um Kinder kümmert, die an der Mittelmeeranämie erkrankt sind. Des Weiteren unterstützte Jertz die von Soldaten ins Leben gerufene Organisation "Children Art Soldiers Help" (C.A.S.H.). Auch die Hilfsorganisation "Luftfahrt ohne Grenzen" wird maßgeblich von Jertz unterstützt. Diese Organisation hilft ebenfalls Menschen in Katastrophengebieten.

General Jertz bedankte sich besonders bei seinen "kleinen Helfern" (Quelle Luftwaffe)Wir haben schon drei Großraumzelte für unsere "Leidensgenossen" aus Spendengeldern gekauft.

Aber die Unterstützung von Generalleutnant Jertz bei all diesen Aktionen ist nicht nur passiv. Gerade das Projekt in Afghanistan verdeutlicht, dass er sich für nichts zu schade ist. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule Bretzelnweg sammelten im Rahmen dieses Projektes Schulmaterial wie Hefte, Stifte und Schulranzen. "Das nennt man eigenständiges Lernen. Die Lehrer verteilen die Aufgaben und schauen zu, wie wir zusammen schaufeln, verkaufen, und Geld einsammeln", erklärten die beiden Laudatoren mit einem Augenzwinkern ihre Arbeit. Über scheinbar alltägliche Dinge wie Stifte und Radiergummis bis hin zum Großraumzelt, das als Klassenraum dient, haben die Kinder bereits viele nützliche Utensilien zusammengetragen. "Nachdem wir nun seit Jahren so viel gesammelt haben, musste der General das Problem lösen, wie er unsere ganzen Kartons nach Afghanistan bringt. Keine leichte Aufgabe. Aber er hat es geschafft, 1200 Schüler müssen jetzt auch Unterricht über sich ergehen lassen."


Dank für die vielen Worte des Lobes

In Afghanistan gehen auch heute noch Jungen und Mädchen getrennt zur Schule. Am Vormittag die Jungen und am Nachmittag die Mädchen, da sie vormittags noch im Haushalt mithelfen müssen. Erst seit 2002, nach dem Ende des Taliban-Regimes, ist es den Mädchen wieder erlaubt die Schule zu besuchen. Meist werden die Kinder im Freien unterrichtet, da Geld für den Bau von Klassenräumen fehlt. Auch hierbei unterstützt Jertz die Kinder in Afghanistan. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf seiner beiden Kinderbücher "Kommst du mit nach Afrika?" und "Erzähl mir mehr von Afrika" gehen direkt an bedürftige Kinder in den Krisengebieten der Welt.

Der Sonderpreis, der überhaupt erst zum zweiten Mal verliehen wurde, sollte besonders die Arbeit von Jertz unter dem Tenor "Militär und Friedensstiftung" würdigen. Erstmalig wurde der Sonderpreis im Jahr 2000 an die Bürgerinnen und Bürger der italienischen Stadt Neapel verliehen.

In seiner Dankesrede sagte Jertz: "Überrascht war ich vor allem auch deshalb, weil ich mit meinen bisherigen Bemühungen Kindern in Not inner- und außerhalb Europas zu helfen, glaubte etwas zu tun, was wir alle als selbstverständlich ansehen – und ich weiß, viele Menschen handeln genauso wie ich." Besonders bedankte sich Jertz bei den Kindern der Realschule. Er war sichtlich stolz auf sie, da er wusste, dass die Kinder das Schulmaterial teilweise von ihrem eigenen Taschengeld gekauft hatten. "Und als der Überbringer eurer Gaben sage ich euch, ich habe in so viele leuchtende Kinderaugen gesehen. Und dass ich das erleben durfte, das habe ich Euch zu verdanken".
 
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